Übergabe des Bürgerantrags an die Gemeinde Bergrheinfeld

152 Unterschriften hat die neu gegründete Ortsgruppe der Bündnisgrünen in Bergrheinfeld für ein Glyphosatverbot auf gemeindlichen Flächen gesammelt. Den Bürgerantrag samt Unterschriften übergaben die Grünen-Akteure im Rathaus an Bürgermeister Ulrich Werner, im Bild von links Ingrid Turenne, Rathauschef Werner, MdL Paul Knoblach, Ulrike Hochrhein und Robert Pfeifroth.

„Wir haben`s glyphosatt“ – Bürgerantrag

Die Bündnisgrünen aus Bergrheinfeld und Garstadt gibt es als Ortsverband zwar erst seit April 2019, aber sie machen schon mächtig Wirbel. In einem Bürgerantrag mit dem vielsagenden Namen „Wir haben`s glyphosatt“ fordern sie ein Verbot glyphosathaltiger Mittel auf allen von der Gemeinde verpachteten Flächen. Und das sind nicht nur zwei, drei kleine Wiesen, sondern mit rund 25 Hektar so viel wie 35 Fußballplätze. Am 28. Mai haben die Grünen die Listen mit 152 Unterstützer-Unterschriften an Bürgermeister Ulrich Werner übergeben, der mit einer positiven Entscheidung im Gemeinderat noch vor der Sommerpause 2019 rechnet.

Nötig sind bei einem Bürgerantrag die Unterschrift von einem Prozent der Einwohner. In Bergrheinfeld und Garstadt leben derzeit 5350 Menschen. Landtagsabgeordneter Paul Knoblach, der in seiner Funktion als Ortsverbandsvorsitzender die Listen im Rathaus Bergrheinfeld übergab, nannte deshalb die Unterschriften von 152 Bürgern auch nach Wegfall des einen oder anderen nicht berechtigten Unterzeichners für „allemal ausreichend“. Der Bürgermeister teilte diese Einschätzung des Biolandwirts aus dem Ortsteils Garstadt, der nicht verhehlte, dass ihm ein solcher Antrag aus dem aktuellen Gemeinderat heraus gefallen hätte.

Weil das aber nicht geschehen sei, nun eben ein Bürgerantrag des Grünen-Ortsverbands. Denn: Eine Reaktion auf die immer noch rund 40 Prozent mit Glyphosat „behandelten“ Flächen sei dringend geboten, erklärte Koblach. „3,8 Millionen Liter reines Glyphosat werden auf Ackerflächen ausgebracht, obwohl das Totalherbizid laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wahrscheinlich krebserregend, für den Verlust der Artenvielfalt mitverantwortlich ist, Wildkräuter in jedem Fall vernichtet und damit Insekten die Nahrungsgrundlage entzieht“, sagte der Landtagsabgeordnete.

Laut Bürgermeister Ulrich Werner wird der Großteil der Pachtverträge für landwirtschaftliche Flächen, Wiesen und Gärten im Jahr 2020 neu vergeben. Der Bürgerantrag kommt also zu einem idealen Zeitpunkt. Werner geht davon aus, dass der Gemeinderat dem Antrag folgt und auch angesichts der derzeitigen Klimaschutzdebatten beschließen wird, dass auf den gemeindeeigenen Flächen künftig keine glyphosathaltigen Mittel mehr eingesetzt werden dürfen. Gleiches soll auch für Pachtverträge gelten, die automatisch verlängert werden, erinnerte Knoblach an diese zweite im Bürgerantrag formulierte Forderung.

Laut Werner setze die Gemeinde auf ihren selbst bewirtschafteten Flächen schon längst kein Glyphosat mehr ein. Und: Die Energieversorgung im umgebauten Rathaus sei auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt. Erstmals auch finde Anfang Juni im Zehnthof außerdem ein Regional- und Biomarkt statt. Erfreulich nannte es Werner in diesem Zusammenhang, dass der Bergrheinfelds größter Landwirt auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt habe. Dort, wo schon umgestellt sei, sei „sichtbar, wie sich die Äcker verändern“.

Werner sieht in einem positiven Abstimmungsergebnis auch einen Appell an die Bürger, in ihrem privaten Bereich auf den Einsatz solcher Mittel zu verzichten. Knoblach erinnerte, dass Baumärkte schon reagiert und auf den Verkauf des Totalherbizids verzichtet hätten. Er wünschte sich, dass Bergrheinfeld weitere Gemeinden zur Nachahmung animiert. Der Landtagsabgeordnete wünschte sich sogar ein einstimmiges Abstimmungsergebnis, „weil das als Empfehlung für die Bürger noch mal ein Pfund ist.“

Neben dem Markt Werneck und Poppenhausen wäre Bergrheinfeld eine weitere glyphosatfreie Gemeinde im Landkreis. Einen solchen Beschluss hat außer der Stadt Schweinfurt in der Region Main Rhön noch die Stadt Haßfurt und der Landkreis Haßberge gefasst.

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